„To boldly go were no man has gone before...“

So lautet etwas, dass man als das Motto von Star Trek bezeichnen könnte. J.J. Abrams tut das cineastisch in seinem neuen Star Trek Film und erhielt dafür schon viel Schelte von Hardliner-Fans. Durch eine Zeitreise-Geschichte umgeht er das Problem am Moloch des Star Trek-Kanons zu ersticken(gab es eigentlich nicht mal so eine Art Zeitreise-Polizei?). Die Geschichte um diese Zeitreise ist allerdings ziemlich abstrus und armselig – wobei ich zugegebener Maßen auch generell kein besonderer Fan von Zeitreise-Geschichten bin. Da der komplette Hintergrund eigentlich in 2 Minuten abgehandelt wird und ziemlich ungenau dargelegt wird, ist es hilfreich den Comic Star Trek Countdown vorher zu lesen, auch wenn es ein recht teurer Spaß ist.


9 Jahre nach Star Trek Nemesis: Eine Sonne im romulanischen Sternenimperium wird droht zu einer Supernova zu werden. Oder eher einer Super-Duper-Nova, denn diese hier würde aus nicht näher genannten (was auch auch kaum ernsthaft möglich sein dürfte) Gründen immer größer und größer, sodass sie am Ende die ganze Galaxis verschlingen würde. Spock, lebt seit mittlerweile 40 Jahren auf Romulus und ist ein offizieller Bürger desselben. Er warnt den Senat vor der Bedrohung, doch der will nicht hören. Nur Nero, Captain eines Bergbauschiffs das beinahe durch eine Sonneneruption jenes gefährlichen Sterns zerstört wurde, will Spock helfen.

Die einzige Möglichkeit der Situation Herr zu werden ist der Einsatz von so genannter Roter Materie, die nur die Vulkanier kontrollieren können. Die sehen Spock aber als Verräter, misstrauen den Romulanern und wollen ihnen nicht ihre kostbare Technologie überlassen, was sie müssten um zu helfen – hier bitte nicht weiter drüber nachdenken. Also wird Romulus zerstört, Nero dreht am Rad und lässt sein Schiff mit modernsten Waffensystemen die mit Hilfe von Borgtechnologie in einer abgelegenen Militärbasis der Romulaner entwickelt wurde, aufrüsten, um Rache zu nehmen. Nachdem die Nova weiter wächst, bequemen sich die Vulkanier auch mal dazu was zu unternehmen und Spock beseitigt die Supernova, wird aber in das dazu verwandte Schwarze Loch gesogen, ebenso wie Neros Schiff.

Soweit der Comic.


Die beiden Reisen in der Zeit, wobei Spock etwa 25 Jahre später in der Vergangenheit ankommt. Nero trifft derweil auf ein Föderationsschiff mit Kirks Vater und zerstört es, Frau Kirk und ihr Sohnemann können, ebenso wie ein Großteil der Crew dank des heroischen Einsatzes des Vaters entkommen.

Im folgenden werden die beiden Hauptpersonen Kirk und Spock näher beleuchtet. Beide auf ihre Art sehr rebellisch, wenn sich das bei den Vulkaniern auch etwas dezenter ausdrückt. Sie treffen in der Akademie aufeinander, wobei Spock ein Musterbeispiel eines Offiziers ist, Kirk noch ein undisziplinierter Kadett. Kirk steigt aber im Verlauf der Geschichte auf recht willkürliche Weise auch zum Offizier auf.

Nero verfolgt derweil mit hirnrissiger Rachsucht seine bösen Pläne, die die Rettung seiner Heimatwelt scheinbar nicht beinhalten, und bietet der Crew der Enterprise dann auch Gelegenheit für ein Abenteuer. Doch der Hauptfokus liegt abgesehen von der Action eigentlich auf der Charakterentwicklung. Im Vordergrund steht dabei natürlich vor allem das Verhältnis von Spock und Kirk, doch auch die anderen alten, neuen Bekannten werden elegant eingeführt.

Highlight ist selbstverständlich der Auftritt Leonard Nimoys als alter Spock.


Ich fühlte mich bei dem Film in gewisser Weise an Iron Man erinnert, auch wenn ich den Superheldenfilm um einiges besser fand. Die Ähnlichkeit besteht aber darin, dass es einen ungemein blassen Schurken gibt und der Konflikt mit ihm gähnend langweilig ist; aber die Entwicklung der Protagonisten bzw. bei Iron Man des Protagonisten dafür umso spannender.

Die Figuren sind eigentlich alle recht gut getroffen, auch wenn Kirk etwas zu verlottert ist, Spock etwas zu unvulkanisch und Chekov etwas zu lächerlich. Alles in allem sind sie aber schon in Ordnung, sowohl in der Ähnlichkeit mit der Vorlage, als auch als funktionierendes Team. Mir selbst wichtig war auch das immer noch Spock der klar vernünftigere ist, und Kirk nur durch Risikobereitschaft und pures Glück dann letztlich die richtigen Entscheidungen trifft.

Die Chemie zwischen den Leuten ist einfach Verheißungsvoll. Denn auch wenn Star Trek XI im Endeffekt nur ein mittelprächtiger Film ist, hat er einen guten Start hingelegt und wird wohl recht erfolgreich sein. Und für eine dann sicher folgende Fortsetzung sind interessante Figuren und das gute Zusammenspiel dieser wichtig, nicht der gelungene Plot in diesem Film.