Monsters vs. Aliens

Es gibt Filme mit ungemein passenden Titeln wie etwa „Lola rennt“ oder „Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger“. Und es gibt Filme deren Titel darüber hinaus noch den kompletten Film beschreibt, wie „Snakes on a Plane“ oder Dreamworks neuster animierter 3D-Film „Monsters vs. Aliens“. Er ist eine Hommage auf die Science Fiction/Horror-Filme der 50ger Jahre, deren Kenntnis das Vergnügen daher ungemein steigert.


Die Story ist schnell erzählt: Extraterrestrische Conquestadoren landen auf der Erde, genauer gesagt in den USA („Dem einzigen Land in dem Außerirdische je zu landen scheinen.“). Das Militär ist gegen die überlegene Technologie der Aliens machtlos, so wird auf die Insassen eines geheimen Monstergefängnisses zurückgegriffen.

Da wäre zunächst einmal Bicarbonate Ostylezene Benzoate, kurz B.O.B., eine blaue, geleeartige Masse, die an den Blob erinnert, seine Entstehung an die Killertomaten.


Großartiges Titellied zu The Blob:

 



Dr. Kakerlake eine Anspielung auf die Fliege (von 1953) – hier kreuzte der verrückte Wissenschaftlicher sich absichtlich mit einer Kakerlake, um deren Zähigkeit zu gewinnen. Passend zum Darwin-Jahr der intelligente Fischaffenbeachboy Missing Link (oder genauer wohl ein Missing Link), eine Anspielung auf „The Creature from the Black Lagoon/Der Schrecken vom Amazonas“. Der titanische, aber ängstliche (ist ja auch noch eine Larve) Insektosaurus ist offensichtlich ein Zitat japanischer Kaiju-Filme - eine Veralberung dürfte auch schwierig sein; er hat den Schrei des Original-Godzillas/Godjiras, ist ansonsten aber eher Mothra in jungen Jahren. Als Identifikationsfigur, die auch erst kürzlich eingelocht wurde, kommt noch Susan Murphy dazu, die durch Weltraumschleim 15 Meter groß und deshalb Gigantika getauft wurde – der passende (miserable) Film, hieß „Angriff der 20 Meter Frau“. Auch wenn die Größe genau genommen näher an der Vorlage ist, verschenkt man hier bei der Synchro einen Witz, denn auf englisch ist sie 49½ Fuß groß (Attack of the 50 foot women).

Dieses bunte Team prügelt sich nun lustige 94 Minuten mit den Aliens und gelangt schließlich natürlich zum Sieg. Dem Sieg gegen die Aliens und gegen ihre Selbstzweifel, selbst wenn sie die zu recht hatten, muss man wohl sagen.


Unter den deutschen Stimmen ist Ralf Möller als Missing Link und Oliver Kalkhofe als B.O.B.; der englische Cast hat da mit z.B. Reese Witherspoon (Walk the Line) als Susan, Hugh Laurie (Dr. House) als der Kakerlakendoktor und Kiefer Sutherland (24) als General W.R.Monger (im deutschen K.O. Putsch) natürlich hochkarätigeres zu bieten.


Die besten Szenen finden im kubrickesken „War Room“ statt, in dem der Kommandant des Gefängnisses nach dem Versagen konventioneller Waffen den albernen Präsidenten überzeugen kann die brutale Macht der monströsen Gefangenen zu nutzen. Nach einer schnellen Einführung geht es dann direkt heftig zur Sache, wobei Susan im Prinzip der entscheidende Faktor ist und die anderen Monster mehr oder weniger nützliche Anhängsel. Vielleicht hätte dem ganzen etwas mehr Zeit den nötigen Platz gegeben. Das hätte aber wohl Zielgruppenprobleme erzeugt. Wäre aber nicht so schlimm, denn die gibt es ohnehin. Da die besten Witze nur bei entsprechenden Vorkenntnissen richtig funkionieren und es zudem für einen Kinderfilm doch sehr dramatisch und bisweilen tragisch zugeht ist er für das jüngstmögliche Publikum nur mittelmäßig geeignet, für älteres hingegen ist er eigentlich sowohl von der Art des Humors als auch von der Story zu infantil.


Wegen der vielen Anspielungen ist er jedoch wenigstens für große Filmfreunde geeignet, insbesondere Liebhaber des Science Fiction Genres und Nostalgiker. Darüber hinaus hat er auch einiges an ordentlicher Action zu bieten, was ihn zumindest wenn man Gelegenheit hat ihn in 3D zu sehen zum Muss macht. Die Lobpreisungen der zusätzlichen Dimension kann ich an dieser Stelle nur nochmal wiederholen. Es lohnt sich wirklich einen etwas höheren Eintrittspreis dafür zu zahlen und Monstes vs. Aliens ist sicherlich der beste 3D Film den es bisher zu sehen gab. Zumindest hierzulande, denn in Übersee ist die Auswahl ja etwas größer. Dort gab es schon den oben erwähnten „The Creature of the Black Lagoon“ obgleich er noch ohne Farbe auskam in 3D zu sehen, freilich mit einer anderen, rückständigeren Technologie.


 

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