Der Vielfraß gegen den Säbelzahn

Der Vielfraß, zu Englisch Wolverine, ist ein großer Marder und ein geschickter Jäger. Es ist auch der Name des beliebtesten X-Men und einem der bekanntesten Superhelden aus dem Marveluniversum überhaupt. Logisch, dass man mit ihm bei der neuen Reihe, die die Ursprünge der X-Men beleuchtet, beginnt. Ob es sich für andere überhaupt gut umsetzen lässt, ist fraglich, angedacht ist aber schon X-Men Origins: Magneto. Andererseits vielleicht auch gerade wieder merkwürdig, da die Unwissenheit über seine Vergangenheit gerade eine wichtige Eigenschaft des animalischen Wolverine ist.


Der Film beginnt mit einem traumatischen Kindheitserlebnis des späteren Wolverine (Hugh Jackman): Nachdem sein biologischer Vater seinen rechtlichen getötet hat, ersticht Wolverine ihn mit seinen ausfahrbaren Knochenklauen und erkennt seine Andersartigkeit. Danach folgt eine Collage aus Filmschnipseln, ähnlich wie bei Watchmen, wenn auch nicht ganz so grandios. Man sieht ihn sich durch die amerikanischen Kriege vom Bürgerkrieg bis zu Vietnam metzeln, zusammen mit seinem Bruder Victor, der sich später Sabretooth (Liev Schreiber, der gerade auch mit Defiance in den Kinos ist) nennen wird und hier noch wesentlich normaler aussieht als später in den bisherigen X-Men-Filmen. Beide altern dank ihrer Regenerationsfähigkeit nicht mehr. Schließlich werden sie von William Stryker (Danny Huston) für eine Art Mutantenkorps angeworben und arbeiten weiter für die Regierung. Nach einem Beinahe-Blutbad zieht sich Wolverine, der sich nun Logan - nach seinem biologischen Vater – nennt, in ein einfaches Leben als Holzfäller zurück. Das wird ihm jedoch bald durch seinen Bruder vermiest der Jagd auf seine alten Kameraden macht und auch Logans Flamme Kayla (Lynn Collins) tötet. Im weiteren lässt Logan sein Skelett von Stryker mit dem Supermetall Adamantium überziehen, um Sabertooth überlegen zu sein, doch Stryker selbst spielt auch falsch...


Größter Pluspunkt des Films ist sicherlich das Charisma Jackmans (der kürzlich auch zum Sexiest Man Alive gekürt wurde), das mit 20 Millionen $ honoriert wurde. Der Australier, der auch Produzent war trainierte sich offensichtlich so einige Kilo Muskeln an und verleiht dem Wolverine ein Wildheit und unterschwellige Brutalität, die ungemein wichtig für den Film ist. Liev Schreiber macht seine Sache auch sehr gut, der Rest des Cast ist irgendwo im verbreiterten Mittelfeld. Gerade Danny Huston nutzt seine Chancen nicht optimal. Überraschend gut macht sich Musiker Will.i.am als Teleportermutant.

Die Effekte und die Action sind ordentlich gemacht aber eigentlich nichts was man nicht schon besser gesehen hätte und nicht wirklich großartig. Die beste Action-Szene wird schon im Trailer gezeigt: Der Angriff Wolverines auf den Hubschrauber. Wer schon einmal Raubkatzen hat jagen sehen, wird die parallelen zu einem Raubtier hier deutlich erkennen können.

Die Story an sich ist nicht unbedingt mager aber unbalaciert. Statt sich auf den interessanten Bruderzwist zu konzentrieren, werden haufenweise überflüssige Leute mit nicht besonders spannenden Fähigkeiten eingeführt. Comicfreunde mögen sich zwar darüber freuen, aber wie ich hörte sind die Figuren im Film auch nicht ihren Vorlagen treu geblieben.

In Deutschland kommt der Film nur (reichlich unnötig) geschnitten in die Kinos. Sogar die Szene aus dem Trailer in dem er den Treibstoff entzündet fehlt; wohl wegen der Selbstjustiz-Problematik.