Der Pate im Kampf gegen Korruption

Marlon Brando (Der Pate, Apocalypse Now) gilt zu recht als einer der besten Schauspieler aller Zeiten. Einer seiner frühen Erfolge aus dem Jahre 1954 ist „On the Waterfront“ oder zu deutsch „Die Faust im Nacken“. Diesen Film möchte ich Euch hier ans Herz legen.


Der Film, der zum Teil auf wahren Begebenheiten beruht und an Originalschauplätzen gedreht wurde, spielt in Hoboken, New Jersey. Die „Waterfront“ ist übersetzt eigentlich nur das Hafenviertel, doch klingt auch etwas martialisch. Und das ist hier sehr passend, denn an den Docks findet auch eine Art Kampf statt. Der mafiöse Gewerkschaftsboss Johnny Friendly beutet die Hafenarbeiter gnadenlos aus. Wer sich dagegen wehrt, wird ohne zu zögern ermordet. So ist „Taub und Dumm“ auch eine übliche Redewendung im Viertel, denn so gibt jeder vor zu sein, wenn die Polizei ihm einen Besuch abstattet. Marlon Brando verkörpert grandios Terry Malloy, einen ehemaligen Preisboxer, der jetzt als Schläger für Friendly arbeitet. Sein Bruder ist die rechte Hand und Anwalt des korrupten Gewerkschaftlers.

Die Geschichte nimmt ihren Lauf als ein allseits beliebter Hafenarbeiter auf Geheiß von Johnny Friendly von einem Dach gestoßen wird. Edie, die Schwester des Toten - ebenfalls hervorragend gespielt von Eva Marie Saints - verhält sich aber nicht wie erwartet, sondern will unbedingt Gerechtigkeit für den Mord an ihrem Bruder. Sie überzeugt einen örtlichen Priester (Karl Malden), dass es seine Pflicht sei, seinen Schäfchen gegen die Gewerkschaft beizustehen. Gemeinsam säen sie immer mehr Zweifel in Terry, der sich in die hübsche Edie verliebt hat. Schließlich denkt er ernsthaft darüber nach sich gegen Boss Friendly und nicht zuletzt auch gegen seinen Bruder zu stellen und gegen sie auszusagen. Damit macht er sich aber nicht nur unbeliebt, sondern muss auch um sein Leben fürchten.


Die konkrete Problematik des Films ist vielleicht nicht mehr so aktuell, aber das Thema an sich ist zeitlos. Daher ist der Film sicherlich nicht veraltet.



Berühmteste Szene des Films - Englisch


Die Hintergrundmusik ist manchmal ein wenig aufdringlich, aber sehr schön werden Hintergrundgeräusche im Film eingesetzt. Besonders einprägsam in diesem Zusammenhang ist eine Szene in der Terry Edie seinen Anteil am Mord an ihrem Bruder beichtet. Er lockte ihn aufs Dach, dachte allerdings, dass ihm nur eine Abreibung verpasst werden sollte. Man weiß zwar was er ihr sagt, versteht jedoch kaum ein Wort, da alles von einer Schiffspfeife übertönt wird. Es wirkt einerseits wie ein Schrei des Entsetzens, das sich in Edies Gesicht wiederspiegelt, andererseits verschleiert das Geräusch aber auch die Wahrheit, ganz so wie es das komplette Viertel tut.


Der Film wird oft auch als Antwort von Regisseur Elia Kazan auf Kritik gegenüber ihm, weil er einige angeblich kommunistische Kollegen in der Filmindustrie anschwärzte, verstanden. Inwiefern das mit der Aussage gegen brutale Verbrecher gleichzusetzen ist, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.


„Die Faust im Nacken“ gewann 8 Oscars, darunter Bester Film, Beste Regie, Bester männlicher Hauptdarsteller (Marlon Brando) und Beste weibliche Nebenrolle (Eva Marie Saint). Dazu kommen drei Golden Globes und viele weitere Preise. Er ist derzeit auf Platz 96 der IMDB-Liste der besten Filme und sogar der Vatikan empfiehlt ihn auf seiner Liste der 45 besten Filme aller Zeiten.



Trailer – Englisch. Den letzten, geschriebenen Satz kann ich nur unterstreichen.
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