Bud Spencer im Kino!

Kein Scheiß! Multitalent Dr. iur. Carlo Pedersoli, besser bekannt als Bud Spencer, spielt in einem deutschen Film, der aktuell im Kino läuft, mit. Der Titel der Kömodie lautet „Mord ist mein Geschäft, Liebling“. Wie ich eigentlich nicht anders erwartet hatte, ist sie nicht besonders pralle, aber was macht das schon? Zusammen mit Terrence Hill war Bud einer der ganz großen Helden meiner Kindheit, und da bin ich sicher nicht der einzige. Ich liebte die beiden in den im Prinzip immer gleichen Rollen. Die Katze und der Hund wurden diese stereotypischen Filmrollen genannt, leicht zu erraten wer was ist. Dennoch habe ich Bud noch nie auf der großen Leinwand gesehen und diese Chance konnte ich mir daher natürlich nicht entgehen lassen. Als Bonus gibt es noch ein Wiedersehen mit Franco „Django“ Nero.


Der Film dreht sich um einen nicht unbedingt schlecht dargestellten, aber letztlich doch eher blassen Auftagskiller (Rick Kavanian) namens Toni Ricardelli. Der ist sehr erfolgreich in seinem Job, aber aufgrund seiner Ehrlichkeit verständlicher weise völlig erfolglos in Liebesdingen. Er wird nun angeheuert, um den Mafia-Enthüllungsautor Enrico Puzzo (Franco Nero) - nicht zu verwechseln mit Mario Puzo, dem Autor des „Paten“ – zu ermorden, was er auch tut. Nach getaner Arbeit tritt aber die etwas übertrieben tollpatschige Verlags-Angestellte Julia (Nora Tschirner) in Erscheinung, die Toni für den Erfolgsautor hält, dessen Gesicht nur wenigen Eingeweihten bekannt ist. Leider oder zum Glück verliebt Toni sich in die hinreißende Frau. Die ist allerdings mit dem milchbübischen Sohn des Verlagsleiters verlobt, der sich zum Leidwesen seines Psychotherapeuten nicht traut gegen seinen fiesen Vater aufzubegehren.

Tonis Versuche ihr die Wahrheit zu sagen, hält Julia für Scherze eines exzentrischen Schriftstellers, so dass er die Rolle schließlich annimmt. Sein blinder Freund Pepe (Bud Spencer) schreibt für ihn den gewünschten Roman und er schmeißt sich an Julia heran. Doch Mafiaboss Salvatore Marino (Günther Kaufmann) denkt deswegen dummer weise Puzzo sei noch am Leben und schickt eine ganze Horde gedungener Mörder, um ihn um die Ecke zu bringen.





Einige Witze sind ordentlich, wobei aber oft hetzt der Film auch von einem komischen Typen mit einem müden Gag zum anderen – so wie ich es von einer deutschen Komödie erwartet habe. Unerwartet ist allerdings die Aufwändigkeit der Produktion und die gute Auswahl der Musik. Auch die Grundidee finde ich lobenswert und einen Punkt der anderen vielleicht nicht so wichtig ist, den ich aber sehr positiv fand: Während in anderen Komödien mit Killern die anderen Leute das häufig recht leicht akzeptieren, finden sie es hier auch angemessen schlimm. Etwas dass dem Ganzen trotz seiner Überdrehtheit etwas Glaubwürdiges gibt.


Viel zu kurz, aber Höhepunkt des Films waren, zumindest für mich als Fan, natürlich die Auftritte von Bud Spencer. Der Name entstand übrigens aus dem Namen einer Biersorte (Budweiser) die Carlo trank und Schauspiellegende Spencer Tracy. Heute ist der Name selbst eine Legende. Eine Marke die für den einen Godfather der Prügelklamotte steht. Sein gewaltiger Erfolg brachte ihm auch Hauptrollen ein, obwohl die üblicher weise mit athletisch aussehenden Kerlen mit strahlend blauen Augen besetzt wurden, wie eben Terrence Hill (dessen Namen dieser spontan aus einer Liste wählte, weil schnell ein amerikanischer Name her musste).

Als Kind dachte ich das s gehöre zum Vornamen und sei ein vermutlich z – macht auch eigentlich mehr Sinn: BATZ Pencer! Nach dem Geräusch das Leute, die ihm auf die Nerven gehen, verursachen, wenn seine Hand auf sie trifft.

So hätte „Mord ist mein Geschäft, Liebling“ mich auch vollständig zufrieden gestellt, wenn Bud einmal einem nur der Nostalgie wegen eine beflügelnde Ohrfeige oder einen Dampfhammer auf den Deckel verpasste hätte. Aber für so etwas ist er mittlerweile mit 79 Jahren wohl zu alt. In meiner Vorstellung jedoch ist er unsterblich und ewig im Alter von grob geschätzt 40-50 Jahren. Und wozu bannt man Dinge auf Zelluloid, wenn nicht um die Magie der Filme zu nutzen. Und so werde ich Bud wohl demnächst nochmal verjüngen, indem ich mir meinen Lieblingsfilm mit ihm ansehe: Die rechte und die linke Hand des Teufels.

Rechte Hand des Teufels: „Was sollte ich machen? Er hat unsere Mutter eine alte Hure genannt.“

Linke Hand des Teufels: „Naja, das ist nur die Wahrheit.“

Die Rechte: „Ach, so alt ist sie nun auch nicht.“